Facebook, Datenschutz und Hamburg

Es bleibt interessant.

Foto von I, Hencken

Lange schon ist Facebook in Europa, und speziell im Norden Deutschlands, wegen Problemen mit dem Datenschutz ins Kreuzfeuer geraten. Im Heimatland USA haben sie damit weniger Schwierigkeiten, denn das Thema wird dort bislang wenig diskutiert, aber ich vermute, dass sich die Stimmung dort auch langsam ändert. Hah, da sind wir mal schneller als die Amis und sie hinken hinterher. 😉

Aktuell gab es einige Unruhe, weil die Macher von Facebook eine integrierte Gesichtserkennung einführten, die automatisch Personen auf Fotos identifizieren konnte. Das gab Ärger!

Inzwischen haben sich die europäischen Behörden in Dublin (dort hat Facebook den europäischen Firmensitz) mit dem Social Media Giganten darauf geeinigt, dass die Gesichtserkennung in der gesamten Platform zunächst gestoppt wird. Es laufen Gespräche darüber, wie Facebook den Datenschutzbestimmungen in Europa entsprechen kann.

Ein Sieg für den Datenschutz! Also ist alles ok. Oder auch nicht

Johannes Caspar, der oberste Datenschützer für Hamburg, kabbelt sich immer noch mit Facebook, wie TechCrunch berichtet. Caspar scheint einer der intensivsten Kritiker Facebooks zu sein und hat nicht zum ersten Mal seinen Finger in offene Datenschutzwunden gelegt.

Caspar besteht anscheinend darauf, dass biometrische Profile (also Daten, die helfen, einen Menschen zu erkennen) nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Betroffenen erstellt und gepeichert werden. Wie es aussieht hat er angeordnet, dass Facebook, falls es das nicht geregelt kriegt, diese Datenbank zu löschen habe. Allerdings würde das nur Hamburg betreffen, weil seine Zuständigkeit nicht weiter reicht.

Ein Facebook-Sprecher meinte dazu sinngemäß, man wisse gar nicht, was der Hamburger wolle, denn man sei ja noch in Verhandlungen auf Europaebene um den geeignetsten Weg zu finden, den EU-Gesetzen zu entsprechen. Folglich seien die Details noch offen.

Wenn die Feinheiten geklärt sind, will Facebook diese Technik aber wieder einführen.

Facebook ist eine interessante Plattform für Ihr Online-Marketing. Der Streit um Dateschutz ist m. E. im Kern eine gute Sache, auch wenn manchmal viel Rauch um nichts oder wenig gemacht werden mag. Ich finde es wichtig, dass uns Facebook als Werbemedium im Internet erhalten bleibt, denn es ist eine günstige Möglichkeit, mit Kunden und Interessenten im Kontakt zu bleiben, im Gespräch zu sein und neue potenzielle Kunden anzusprechen. Und nirgends erreicht Ihr Online-Marketing mehr Menschen als in Facebook.

Detlev Tesch, Online-Marketing, Bonn

Hier ein paar Ausschnitte aus dem Artikel von TechCrunch:

(21.09.201) Earlier today European regulators collectively scored a victory for privacy when the Irish Data Protection Commissioner revealed it had managed to get Facebook to drop all facial recognition activity on its platform, as part of a wider investigation and process to get Facebook more in line with EU regulations on data protection and consumer transparency — most of which Facebook appears to have passed successfully. So: done and done? Not quite.

Over in Germany, the Hamburg Commissioner for Data Protection and Freedom of Information (HmbBfDI), long a thorn in Facebook’s side, today issued an administrative order against Facebook over its facial recognition technology.

… This is an issue that goes back to June 2011 in Germany, with today’s announcement coming on top of another ongoing facial recognition investigation by the HmbBfDI. Although today’s appears to be a new administrative order, the points are the same as those made in the earlier order, which was reopened in the middle of August.

Reached for comment, Facebook brushed off this latest salvo from Hamburg. “As it has been clearly stated by the Irish DPC earlier today, we are going to work together in order to find the most appropriate way to obtain users’ consent under EU law,” a spokesperson told TechCrunch in an email. “Since we did not work out this plan yet, I do not understand what the Hamburg DPA is complaining about.”

… So there may be a rapprochement in the end, because implementing the technology (yes, with more transparency) is kind of where Facebook ultimately wants to end up, too. Talking to me earlier today about what happens next to facial recognition after the Irish regulator’s report came out, a Facebook spokesperson said:

“It’s worth us reiterating that once we have a agreed an approach on the best way to notify and educate users with the DPC, we hope to bring back this useful tool.”